Marketing für Übersetzer

Die erste Woche im neuen Jahr nutze ich seit 2014, um das abgeschlossene Geschäftsjahr zu analysieren. Für mich bietet sich Januar nicht nur an, weil Jahresbeginn ist, sondern auch weil Aufträge und Anfragen nur unregelmäßig eintrudeln. So war auch dieser Beitrag bereits für Mitte Januar geplant. Doch bis jetzt ging es hoch her und mein erster Blogbeitrag musste immer wieder verschoben werden. In meinem ersten Blogbeitrag für 2016 möchte ich kurz zusammenfassen, was ich 2015 in Sachen Business und Marketing für Übersetzer geändert bzw. in Angriff genommen und wie ich davon profitiert habe.

Viele Übersetzer schrecken vor dem Thema Marketing für Übersetzer zurück. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass auf das Thema während des Studiums wenig bzw. überhaupt nicht eingegangen wird. Nach unserem Studium stehen wir dann da mit einem Abschluss in der Hand und vielen Kompetenzen, fühlen uns aber gleichzeitig alles andere als kompetent. Mir ging es nicht anders. Dazu kommt, dass ich mir die ersten beiden Jahre nach dem Abschluss aufgrund meiner Festanstellung über Marketing für Übersetzer überhaupt keine Gedanken machen musste.

Dabei ist der Wiedererkennungswert unserer Dienstleistungen ein wichtiges Element für ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Dasein als Freiberufler. So habe ich bei weitem nicht immer gedacht, aber 2015 war ein Wendepunkt. Anlass dafür war meine Teilnahme an der Business School for Translators von Marta Stelmaszak Ende 2014. Einige von Euch werden den Kurs kennen oder von ihm gehört haben, aber was macht man in der Business School?

Im Rahmen des Kurses geht Marta auf Dinge wie Geschäftsstrategien (z. B. Blue Ocean vs. Red Ocean), Branding (Logo, Website, Rechnungsvorlagen, Broschüren u. ä.) und Marketingstrategien für Übersetzer gegenüber Übersetzungsagenturen und Direktkunden ein. Der Kurs eignet sich für alle Übersetzer und Dolmetscher, die kaum oder wenig Ahnung von den unternehmerischen Aspekten einer freiberuflichen Tätigkeit haben und gut Englisch sprechen. Im Verlauf des Kurses entwickelt man Strategien für seine Nischen oder analysiert, in welchem Fachgebiet man sich spezialisieren könnte. Mein Ergebnis sieht man unter anderem auf meiner Website und in meinem Logo. Weitere Informationen findet Ihr unter: https://www.ecpdwebinars.co.uk/downloads/business-school-for-translators/.

Website und Co.

Im Anschluss an die Business School war mir eins klar: Meine Website musste unbedingt überarbeitet werden. Dasselbe galt für ein Logo, das ich bis zu dem Zeitpunkt nicht einmal hatte. Als freiberuflicher Übersetzer braucht man nicht unbedingt ein Logo. Ich selbst habe die ersten vier Jahre meiner Selbständigkeit gut ohne gelebt und kenne viele Kollegen, die auch nach 20 Jahren kein Logo haben und nicht minder erfolgreich sind.

Doch neben einer neuen Website wollte ich auch ein einheitliches Bild für mein Unternehmen. Ich hatte weder eine Rechnungsvorlage, noch eine professionell gestaltete Visitenkarte oder einen Briefkopf für offizielle Schreiben. Über die Business School habe ich Meg und das Team von Website for Translators kennengelernt (http://websitesfortranslators.co.uk). Auch hier gilt dasselbe wie für die Business School: Es wird Englisch gesprochen und daher sollte man gute Englischkenntnisse mitbringen, wenn man sich für das Team von Website for Translators entscheidet. Nach zwei Monaten intensiver Arbeit hatte ich dann eine Rechnungsvorlage, einen Briefkopf, ein Logo und meine Website, über die auch dieser Blog verwaltet wird. Die Zusammenarbeit mit Meg und den anderen aus dem Team war zu jeder Zeit sehr gut. Ich wurde sehr gut beraten, bekam hilfreiche Denkanstöße und fühlte mich gut aufgehoben. Meine Ideen wurden ohne Probleme umgesetzt und das Team verstand sofort, was ich wollte.

Wie habe ich von diesen Veränderungen profitiert?

Im Rahmen der Business School habe ich gelernt, dass eine Planung des eigenen Geschäftsjahres mit verbindlichen Fristen unverzichtbar ist. Als freiberufliche Übersetzer machen wir so viel mehr als Übersetzen: Wir müssen unsere Dienstleistungen vermarkten, nach neuen Kunden suchen, alte Kunden halten, uns in unseren Fachgebieten fortbilden und auf dem Laufenden halten. Nebenbei muss man Steuerunterlagen vorbereiten und man möchte vielleicht auch ab und zu Kollegen im wirklichen Leben treffen, um sich auszutauschen. Ohne Planung ist es kaum möglich, alle diese Aspekte in nur 12 Monaten unterzubringen und nebenbei seine Brötchen zu verdienen. Alle, die wissen möchten, was diese Planung umfasst, können sich hier einen Leitfaden auf Englisch herunterladen, den Marta Stelmaszak auf der Grundlage Ihres January Business Camp von 2015 erstellt hat und den ich auch zur Analyse von 2015 genutzt habe.

Ein weiterer Punkt ist das Auftreten gegenüber potenziellen Kunden und der Wiedererkennungswert. Mit meiner Corporate Identity trete ich selbstbewusster auf und werde als Unternehmen wahrgenommen. Außerdem konnte ich Strategien für Preisverhandlungen entwickeln. Ich habe an meinen Kommunikationsfähigkeiten gefeilt und analysiert, wie ich auf Anfragen und Kritiken reagiere und wie ich sie positiv für mein Unternehmen nutzen kann.

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